Sel. Frédéric Janssoone          


5. August

Priester, 1. Orden
* 1838 Ghyvelde,  + 1916 Kanada

 

Frédéric Janssoone wurde am 19. November 1838 in Ghyvelde bei Lille in Frankreich geboren. Er wuchs in einer christlich geprägten, kinderreichen Familie auf. Janssoones Wunsch war, Priester zu werden, doch musste er 1855 das Priesterseminar wieder verlassen, da zum Unterhalt der Familie eine Mitarbeit erforderlich war. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1861 erwachte in ihm erneut der Wunsch, sein Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Er schloss sich den Franziskanern an und begann 1864 das Noviziat in Amiens, vollendete seine theologische Ausbildung und wurde 1870 zum Priester geweiht.
1878 wurde er nach Palästina entsandt, um dort seine Mitbrüder in der Kustodie des Heiligen Landes zu unterstützen. Zwölf Jahre stand er in ihrem Dienst, zehn Jahre davon als Vikar des Kustos. In Betlehem wurde unter seiner Leitung die Katharinenkirche in unmittelbarer Nähe der Geburtskirche erbaut. Durch seine Initiative wurde das Beten des Kreuzwegs der Franziskaner an jedem Freitagnachmittag durch die Via Dolorosa zur Grabeskirche wieder ein fester Brauch in Jerusalem.
1881 wurde Pater Frédéric nach Kanada entsandt, um Spenden für die christlichen Gemeinden im Heiligen Land zusammenzutragen. 1882 kehrte er in das Heilige Land zurück. Pater Frédéric war wegen seiner diplomatischen und seelsorgerischen Fähigkeiten sehr geschätzt. 1888 begab er sich wieder nach Kanada und errichtete dort ein Kommissariat des Heiligen Landes. Am 4. August 1916 starb Frédéric Janssoone in Kanada. Am 25. September 1988 wurde er durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen, der ihn als Beispiel für die Verbindung von Kontemplation und missionarischem Geist bezeichnete.

Eröffnungsvers     Lk 4,18
Der Geist Gottes des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. 
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe 
und alle heile, deren Herz bedrückt ist.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast den seligen Frédéric berufen,
     im Heiligen Land den Spuren deines Sohnes zu folgen,
um so den Gläubigen zu helfen,
     die Geheimnisse des Lebens Jesu Christi besser zu verstehen.
Gewähre uns auf seine Fürsprache,
     diese Geheimnisse liebevoll zu verehren
und die reichen Früchte der Erlösung zu erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung     Apg 13,26-33
Gott hat die Verheißung erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat.

Lesung aus der Apostelgeschichte.

In jenen Tagen, 
als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war,
sagte er in der Synagoge:

Brüder,
ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht
und ihr Gottesfürchtigen!
Uns wurde das Wort des Heils gesandt.

Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer
     haben Jesus nicht erkannt,
aber sie haben die Worte der Propheten,
     die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt
     und haben ihn verurteilt.
Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte,
     forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung.
Als sie alles vollbracht hatten,
     was in der Schrift über ihn gesagt ist,
nahmen sie ihn vom Kreuzesholz
     und legten ihn ins Grab.
Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt,
und er ist viele Tage hindurch denen erschienen,
     die mit ihm zusammen
     von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren
     und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind.

So verkünden wir euch das Evangelium:
Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist,
an uns, ihren Kindern, erfüllt,
indem er Jesus auferweckt hat,
wie es schon im zweiten Psalm heißt:
Mein Sohn bist du,
heute habe ich dich gezeugt.

Antwortpsalm     Ps 118,5-6.10-11.13-14
R
  Im Kreuze Jesu Christi finden wir das Heil. – R

In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; *
der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.
Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. *
Was können Menschen mir antun?
– (R)

Alle Völker umringen mich; *
ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
Sie umringen, ja, sie umringen mich: *
ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
– (R)

Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; *
der Herr aber hat mir geholfen.
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; *
er ist für mich zum Retter geworden.
– R

Ruf vor dem Evangelium     Vers: 2 Kor 5,19
Halleluja. Halleluja.
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt
und uns das Wort von der Versöhnung anvertraut.
Halleluja.

Evangelium     Joh 1,35-39
Kommt und seht!

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
     stand Johannes am Jordan, wo er taufte,
und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging,
     richtete Johannes seinen Blick auf ihn
und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte,
     und folgten Jesus.

Jesus aber wandte sich um,
und als er sah, dass sie ihm folgten,
     fragte er sie: Was wollt ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -,
     wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht!
Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte,
und blieben jenen Tag bei ihm;
es war um die zehnte Stunde.

Fürbitten
V
  Lasst uns gemeinsam und füreinander in der Liebe Christi beten:
V/A  Wir bitten dich, erhöre uns.

-  Steh unserem Heiligen Vater, unseren Bischöfen und Priestern in ihrem Dienst bei, gib ihnen die Fähigkeit, dein Volk nach deinem Willen zu leiten.

- Erleuchte die Boten des Evangeliums und verleihe ihnen Kraft und Gnade in der Verkündigung des Evangeliums.

-  Gib den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft Einsicht und Tatkraft das anzustreben, was die Gerechtigkeit verlangt und dem Wohl aller dient.

-  Zeige den Völkern des Nahen Ostens Wege des Ausgleichs und verhilf ihnen zu einem gedeihlichen Nebeneinander in Frieden und gegenseitiger Achtung.

-  Bekehre die Verirrten, versöhne die Entzweiten, heile die Kranken und richte die Niedergedrückten auf.

Gott, unser Vater, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

Gabengebet
Allmächtiger Gott,
die Gaben,
     die wir am Gedenktag des seligen Frédéric darbringen,
bezeugen deine Macht und Größe.
Diese Feier erwirke uns die Frucht der Erlösung.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Präfation     Von den Hirten der Kirche

Kommunionvers     Mt 28,20
Ich bin alle Tage bei euch bis zum Ende der Welt - so spricht der Herr.

Schlussgebet
Allmächtiger Gott,
du hast uns mit dem heiligen Mahl gestärkt.
Hilf uns, nach dem Beispiel des seligen Frédéric
     dich allezeit zu ehren
und den Menschen in geschwisterlicher Liebe zu dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.


Sel. Frédéric Janssoone
 

LESEHORE

Commune: Hirten der Kirche
oder Ordensleute

 

ZWEITE LESUNG

Aus Briefen des seligen Frédéric Janssoone.

Ich gebe mich vollkommen in die Hände meiner Oberen.

Die begehrenswerteste Gnade, die ich zu ersehnen wage, ist diese: ein Heiliger zu werden! Die zwei guten Brüder, die hier bei mir sind, und ich selbst haben gestern Abend vor dem Tabernakel den Beschluss gefasst, hier in unserer lieblichen Abgeschiedenheit des Kommissariats wie in einer Einsiedelei zu leben. Wir wollen dort mit Eifer beten, damit uns der gute Jesus das Glück des Ordenslebens verkosten lasse: innerliche Abtötung, überall und allezeit in der Gegenwart Gottes sein, Verlangen nach dem Himmel, häufige Fürbitten für unsere lieben Verstorbenen sowie ein rückhaltloses Mitleid mit den Bedrängten, den kranken Armen, die von überall her hier zum Heiligtum Notre-Dame-du-Cap kommen. 

Der gute Gott führt mich weite Strecken auf dem Weg der Bedrängnis. Er sei dafür tausendfach gepriesen. Ich gebe mich vollkommen in die Hände meiner Oberen. Ich sehe, dass der Feind alles Guten sich hartnäckig bemüht, alle meine Vorhaben zu vereiteln. Beten wir daher, beten wir sehr darum, dass der gute Gott sich auf die Seite seiner wahren Diener stellt. Denn „wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns?“
1

In unseren Tagen möge sich wiederum dieses Wort des göttlichen Meisters bewahrheiten, das er im Zusammenhang mit der Verfluchung des unfruchtbaren Feigenbaums ausgesprochen hatte: „Alles, was ihr im Gebet glaubend erbittet, werdet ihr erhalten.“2 Viele Menschen bitten und erhalten nichts, weil sie schlecht bitten. Sie bitten nicht mit Glauben und nicht ohne Zweifel. Sie vergessen diese Warnung des Heiligen Geistes, der versichert: „Wer von Gott etwas mit Zweifel erbittet, gleicht einer Woge im Meer, die vom Wind aufgewühlt und hin und her getrieben wird.“3 Ich fühle mich nach dem Wenigen, das ich geschrieben habe, schon an der Grenze meiner Kräfte, so groß ist meine Schwäche. Die arme Natur leidet, aber durch die Gnade des guten Gottes verspüre ich in meinem Herzen eine große Freude: „Ich ströme über von Freude inmitten all unserer Bedrängnisse.“4

Ich habe „Das Leben unseres Herrn“ herausgegeben, um dessen Verbreitung willen ich mich bereit fühle, mit der Hilfe Gottes von einer Pfarrei zur anderen zu wandern und, wenn notwendig, wie Jean d’Arc, unsere kleine Schwester in Franziskus, meine Beine bis zu den Knien abzunützen. Denn dieses „Leben“ ist das Wort der heiligen Evangelien selbst, und das göttliche Wort bringt überall den Segen des Himmels mit sich für einen jeden, der es aufnimmt und in die Tat umsetzt. Die heilige Jungfrau steht uns bei. Unsere Liebe Frau vom heiligsten Rosenkranz, bitte für uns!

Ich habe erfahren, dass Ihr sehr viel leiden müsst. So hoffe ich, dass ich zum Heiligtum Unserer Lieben Frau kommen kann. Dort werde ich Euch Eurem Wunsch entsprechend der heiligsten Jungfrau anempfehlen. Man empfängt ja so große geistliche Gnaden, besonders in ihrem gebenedeiten Heiligtum!


1  Röm 8,31   
Mt 21,22  
3  Jak 1,6  
2 Kor 7,4


Quellenangabe: 
Liturgia delle Ore. Proprio della Custodia di Terra Santa, Milano 2015, 38-40.

Responsorium
R  Jesus Christus, Pforte des Himmels, selig, wer voranschreitet auf dem Weg zu dir und wer ausharrt in der Liebe. * Schon darf er einen Widerschein deiner Herrlichkeit schauen; jeden Tag wächst seine Sehnsucht nach dir bis zu der vom Vater bestimmten Stunde.
Du erfüllst die Hoffnung des Gerechten, o Herr, du nimmst ihn auf in dein Licht. * Schon darf er einen Widerschein deiner Herrlichkeit schauen; jeden Tag wächst seine Sehnsucht nach dir bis zu der vom Vater bestimmten Stunde.

Oration     wie in den Laudes
 

LAUDES

Hymnus

Gott, unser Vater,
höre unser Singen,
Bitte und Lobpreis
soll vor dir erklingen.
Lass deinen Diener
für uns hier auf Erden
Fürsprecher werden.

Sohn des Franziskus,
Bote froher Kunde,
Christi Apostel, 
der in seinem Munde
Gottes Wort führte,
um das Volk zu lehren
und zu bekehren.

In seinem Herzen
lebten reine Liebe,
Tugend der Hofnung 
in der Welt Getriebe,
Sehnsucht des Glaubens,
Gottes Sohn zu finden
und zu verkünden.

Betender Wächter 
an den heil’gen Stätten,
die Jesu Füße 
hatten einst betreten,
Hüter des Ortes, 
wo der Herr gehangen
in Todesbangen.

Mit Christi Mutter
wollte er verehren 
Kindheit und Leiden
unsres lieben Herren, 
sein Auferstehen
und des Geistes Sendung
bis zur Vollendung.

Dank sei dem Vater, 
der uns schenkt das Leben.
Lob  seinem Sohne, 
der sich uns gegeben.
Ehre dem Geiste,
der das Herz macht brennen,
Gott zu erkennen.
Amen.

Benedictus - Antiphon
Sei gegrüßt, Heiliges Land, in dir hat uns das aufstrahlende Licht aus der Höhe besucht und die Barmherzigkeit Gottes unter uns gewohnt.

Oration
Herr, unser Gott, du hast den seligen Frédéric berufen, im Heiligen Land den Spuren deines Sohnes zu folgen, um so den Gläubigen zu helfen, die Geheimnisse des Lebens Jesu Christi besser zu verstehen. Gewähre uns auf seine Fürsprache, diese Geheimnisse liebevoll zu verehren und die reichen Früchte der Erlösung zu erlangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

VESPER

Hymnus     wie in den Laudes.

Magnificat - Antiphon
Sei gegrüßt, Jerusalem, du heilige Stadt, vom Höchsten als Wohnung erwählt. Sei gegrüßt, Erbbesitz der Patriarchen, Mutter der Propheten und Wiege der Apostel.

Oration     wie in den Laudes

 

Kontakt

bernhard.frei@kapuziner.org