Sel. Maria Angela Astorch       


2. Dezember

Ordensfrau, II. Orden
* 1592 Barcelona,  + 1665 Murcia

 

Am 1. September 1592 in Barcelona geboren, trat Maria Angela schon in frühester Jugend bei den Klarissen-Kapuzinerinnen ein. Am 8. September 1609 legte sie die Profess ab und wirkte dann als Novizenmeisterin, Äbtissin und Klostergründerin.
Gott stattete sie mit einer hohen mystischen Begabung aus. Ihre Andacht galt dem Jesuskind, dem Herzen Jesu, dem Leiden des Herrn und besonders Jesus im Altarsakrament. Darin sah sie das ganze Christusmysterium zusammengefasst, nämlich Empfängnis, Geburt, Tod und Auferstehung. Mit diesen Christusgeheimnissen war für sie untrennbar die Gegenwart Marias verbunden, deren Nähe sie zuweilen in ihrem Seelengrund erfahren durfte.
Durch leibliche und seelische Prüfungen gelangte sie zu innerer Größe und Reife. Ihre mystischen Erfahrungen hat sie im Auftrag ihrer Beichtväter schriftlich festgehalten. Sie starb am 2. Dezember 1665 und wurde von Papst Johannes Paul II. 1982 seliggesprochen.

Eröffnungsvers    
Braut Christi, komm und empfange die Krone, 
die dir der Herr bereitet hat.

Tagesgebet
Gott, reich für alle, die dich  anrufen,
du hast der seligen Maria Angela die Gnade geschenkt,
durch das tägliche Gebet 
     in die tiefsten Geheimnisse deines Reichtums einzudringen.
Gewähre uns auf ihre Fürsprache,
unser ganzes Tun auf dich hin auszurichten,
damit es zum Lob deiner Herrlichkeit gereiche.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung     Hld 3,6-7 
Stark wie der Tod ist die Liebe.

Lesung aus dem Hohenlied.

Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, 
     wie ein Siegel an deinen Arm! 
Stark wie der Tod ist die Liebe,
     die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. 
Ihre Gluten sind Feuergluten, 
gewaltige Flammen.

Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe 
     den ganzen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.

Antwortpsalm    Ps 45,11-12.14-17 
R  An dir, Herr, habe ich meine Freude gefunden. – R

Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, * 
vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! 
Der König verlangt nach deiner Schönheit; * 
er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!
 – (R)

Die Königstochter ist herrlich geschmückt, * 
ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen. 
Man geleitet sie in bunt gestickten Kleidern zum König, † 
Jungfrauen sind ihr Gefolge, * 
ihre Freundinnen führt man zu dir.
  (R) 

Man geleitet sie mit Freude und Jubel, *
sie ziehen ein in den Palast des Königs. 
An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne; * 
du bestellst sie zu Fürsten im ganzen Land.
 – R

Ruf vor dem Evangelium    Vers: Lk 11,28 
Halleluja. Halleluja. 
Selig, die das Wort Gottes hören
und es in Liebe befolgen. 
Halleluja.

Evangelium    Lk 10,38-42 
Marta nahm ihn freundlich auf – Maria hat das Bessere gewählt.


  Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf
     und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. 
Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. 
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen 
     und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen,
     für ihn zu sorgen.

Sie kam zu ihm
     und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!

Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat das Bessere gewählt,
das soll ihr nicht genommen werden.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du berufst immer wieder Menschen in deine Nachfolge. Du schenkst uns Vorbilder auf dem Weg zu unserem Lebensziel. Erhöre unser Gebet.
V/A  Wir bitten dich, erhöre uns.

-  Für alle, die sich an nichts mehr orientieren können: Führe sie zur Einsicht und schenke ihnen die Ruhe des Herzens.

-  Für alle Frauen und Mädchen, die zum Wohl der Kirche arbeiten: Sei du ihnen Lebenssinn und Lebensglück.

-  Für alle, die sich mit dem Leben und Glauben schwer tun: Schenke ihnen Licht in der Dunkelheit und sei ihnen Schutz und Hilfe.

-  Für uns selbst: Lass uns feststehen auf dem Fundament des Evangeliums und das letzte Ziel des Lebens nicht aus dem Auge verlieren.

Gott und Vater, lass uns ausharren in der Nachfolge deines Sohnes Jesus Christus, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

A  Amen.

Gabengebet 
Nimm an, o Herr, diese Gaben von Brot und Wein, 
die wir am Gedenktag der seligen Maria Angela dir darbringen.
Wandle uns in dieser heiligen Feier 
und führe uns ein in den Reichtum deiner Liebe. 
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Präfation     Von den heiligen Jungfrauen und Ordensleuten

Kommunionvers    Vgl. Lk 10,42  
Die kluge Jungfrau hat das Bessere erwählt,
das soll ihr nicht genommen werden.

Schlussgebet
Herr, unser Gott, 
im Gedenken an die selige Maria Angela
     haben wir am eucharistischen Mahl teilgenommen 
     und seine geheimnisvolle Kraft erlangt. 
Schenke uns dein Heil für Leib und Seele
und führe uns einst in die ewige Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.



Sel. Maria Angela Astorch, einfacher Glasschrein mit "unverwestem Leichnam"


Sel. Maria Angela Astorch
 

LESEHORE

Commune: Jungfrauen
oder Ordensleute

 

ZWEITE LESUNG

Aus den Schriften der seligen Maria Angela Astorch.

Mutter und Dienerin der Schwestern.

Meine größte Abtötung besteht darin, mich als Oberin zu sehen und befehlen zu müssen, besonders weil ich verantwortlich bin für den geistlichen Fortschritt der Ordensfrauen.

Ich hörte, wie der Herr mir im Innersten der Seele sagte: „Bringe dich selbst dar als Beispiel in jeglichem guten Wandel.“
1 Damit wurde ich in meiner Verpflichtung unterwiesen, den Schwestern als Beispiel zu dienen und in immer größerer Vollkommenheit zu wachsen. Meine Richtschnur als Dienerin im Hause des Herrn ist, zu leiden, zu schweigen und die ganze Last zu tragen, die das Leitungsamt mit sich bringt. Ich erachte mich als unwürdig unter den Dienerinnen des Herrn.

Ich bin mir bewusst, dass Gott nicht alle auf demselben Weg führt. Deshalb muss ich ihnen  in Sanftheit und Milde helfen, sich an die Spur, die er für jede einzelne gezogen hat, zu halten, ohne zu beanspruchen, alle auf die gleiche Weise in Reih und Glied  aufzustellen.

Meine grundsätzliche Art des Handelns geschieht unter dem Blick meines göttlichen Herrn. Ich leide und nehme mich zurück, gedulde mich und schweige, verzichte auf meinen Geschmack, mein Wollen und meine Absicht, stimme der Meinung anderer zu und gebe in Demut in unwichtigen Dingen nach. Ich verehre in meinen Ordensfrauen jene verborgene Heiligkeit, die Gott in ihre Seelen eingegossen hat.

Ich akzeptiere sie in ihrer Beschaffenheit und ihrem Naturell in dem Wissen, dass wir zerbrechliche Gefäße sind.2 Über ihre Schwächen wundere ich mich nicht. Vielmehr leide ich mit dem mit, was in ihnen ein Hindernis sein könnte, um heilig zu sein, und mehr noch, wenn dabei Gott nicht gedient wird. Dies ist nämlich ohne große Heiligkeit, Reinheit und Demut unwürdig. Deshalb trage ich die Last mit ihnen.

Ich brenne vor Sehnsucht danach, dass alle meine Ordensfrauen das verkosten mögen, was ich fühle und verkoste in meinem innersten Umgang mit dem Herrn, indem ich in der Tugend fortschreite. Ich wünsche, dass dies ohne mein Wissen, aber wie plötzlich und auf einen Schlag geschehen möge durch die innere Gnade, die in einer jeden wirkt, während ich gedemütigt und in meinem Nichts erniedrigt bleibe, sowohl in den Willensäußerungen Gottes als auch in seinen Zulassungen. Viele Male habe ich auf meine geistliche Nahrung verzichtet, um sie ihnen zu geben, und war damit zufrieden, wenn sie daraus Mut schöpften und Tröstung empfingen.

Ich achte darauf, ihre Bedingungen und natürlichen Beschaffenheiten zu tragen sowie ihnen in ihren Bedürfnissen entgegenzukommen, auch wenn mir das nicht bequem ist. Was ihre Mängel und Verfehlungen betrifft, so erscheinen mir diese viel leichter im Vergleich zu den meinen. Trotzdem kann ich Mängel oder Nachlässigkeiten nicht stehen lassen, ohne die Wahrheit zu verleugnen.

Ich entschuldige sie; aber da ich Sorge um sie trage, versuche ich, dass sie sich bessern und sich anschicken, ein gutes Beispiel zu geben, nach außen hin und umso mehr vor Gott, indem sie ihre persönlichen Verpflichtungen erfüllen gemäß den Anforderungen unseres Standes und der Übung der Tugend.

Ich übe mich darin, mir selbst abzusterben und mein Leben meinem göttlichen Herrn als Opfer darzubringen. Dazu fehlen mir nicht die Gelegenheiten, da ich mich selbst als köstliche Speise für alle zubereite. Dies geschieht allerdings nicht mit solcher Leichtigkeit, dass bei verschiedenen Gelegenheiten meine Natur nicht viele Schwierigkeiten empfinden würde. Sehnt sie sich doch danach auszuruhen, dieses Kreuz nicht zu tragen und nicht so viele Male sterben zu müssen in den Opfern, die ich meinem Verständnis nach zu bringen verpflichtet wäre.

Angelegenheiten von geringer Bedeutung lasse ich durchgehen und ich kümmere mich nicht darum, wenn man das Gegenteil dessen tut, was ich meine und wünsche. Mich einer jeden Natur anzupassen, ist ohne Zweifel ein Werk der Gnade.

Ich trage alle in mein Herz eingeschlossen. Ich liebe sie so sehr, dass ich, wenn es notwendig wäre, mein Leben für eine jede meiner Töchter geben würde. Ja sogar, um ihrer Heiligkeit willen, würde ich es öffentlich auf dem schändlichsten Pfahl der Welt darbringen.


1 Tit 2,7  2 Vgl. 2 Kor 4,7

Quellenangabe: 
Unveröffentlichtes Manuskript des Archivs der Generalpostulatur des Kapuzinerordens.

Responsorium
R  Durch das Erbarmen Gottes ermahne ich euch, euch selbst darzubringen; * als lebendiges und heiliges Opfer, das Gott gefällt.
Wer die Gabe hat zu ermahnen, der ermahne; wer gibt, der gebe in Einfalt; wer vorsteht, der tue dies mit Sorgfalt; * als lebendiges und heiliges Opfer, das Gott gefällt.
 

Zu den Laudes

Benedictus - Antiphon
Ewiges, ungeschaffenes Wort, das Mensch geworden ist; 
du bist die Weisheit, Sicherheit, Barmherzigkeit und mein Erlöser.
 

Zur Vesper

Magnificat - Antiphon
Christus, der Herr, wurde mein Lehrer;
er unterwies mich in aller Weisheit seines Wortes.

Kontakt

bernhard.frei@kapuziner.org