Hl. Josef Freinademetz          


29. Januar

Priester, III. Orden
* 1852 Oies,  + 1908 Taikiaschwang

 

Josef Freinademetz (ausgesprochen: Frénademètz) wurde im Jahre 1852 in Oies im Gadertal in Südtirol geboren und 1875 in Brixen zum Priester geweiht. Als Franziskusfreund trat er schon im Priesterseminar dem III. Orden bei und hielt als junger Seelsorger in St. Martin in Thurn ergreifende Katechesen für die Mitglieder. 
Nach zweijähriger Kaplanszeit trat er als einer der ersten Priester in das neu gegründete Missionshaus in Steyl ein und wurde für die Mission in China bestimmt. Unbekümmert um Entbehrungen, Verfolgung und Misshandlungen verkündete er die Frohe Botschaft. 

Er starb als Opfer des Typhus im Jahr 1908 in Taikiachwang (Schantung, China). Am 19. Oktober 1975 wurde er selig- und am 5. Oktober 2003 zusammen mit dem Steyler Ordensgründer Arnold Janssen durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Südtirol Val Badia Freinademetz
Heimathaus des hl.Josef Freinademetz in St. Leonhard, Abtei-Südtirol
 

Eröffnungsvers     1 Kor 9,22-23
Allen bin ich alles geworden, 
um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen.

Tagesgebet
Gott der Völker,
du hast den heiligen Josef Freinademetz gedrängt,
     den Heiden das Evangelium zu verkünden.
Höre auf seine Fürsprache:
Lass alle Völker den wahren Erlöser erkennen
     und treu an ihm festhalten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung     Röm 15,14-21
Ich bin der Diener Jesu Christi für die Heiden.

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer.

Meine Brüder und Schwestern,
     ich bin fest davon überzeugt, dass ihr viel Gutes tut,
     dass ihr reiche Erkenntnis besitzt
     und selbst imstande seid, einander zurechtzuweisen.

Um euch aber einiges in Erinnerung zu rufen,
     habe ich euch einen teilweise sehr deutlichen Brief geschrieben.
Ich tat es kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist,
damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke
     und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte;
denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott gefällt,
     geheiligt im Heiligen Geist.

In Christus Jesus kann ich mich also vor Gott rühmen.
Denn ich wage nur von dem zu reden,
     was Christus, um die Heiden zum Gehorsam zu führen,
     durch mich in Wort und Tat bewirkt hat,
in der Kraft von Zeichen und Wundern,
     in der Kraft des Geistes Gottes.
So habe ich von Jerusalem aus
     in weitem Umkreis bis nach Illyrien
     überallhin das Evangelium Christi gebracht.

Dabei habe ich darauf geachtet,
     das Evangelium nicht dort zu verkündigen,
     wo der Name Christi schon bekannt gemacht war,
um nicht auf einem fremden Fundament zu bauen;
denn es heißt in der Schrift:
     Sehen werden die, denen nichts über ihn verkündet wurde,
     und die werden verstehen, die nichts gehört haben.

Antwortgesang     Ps 98,1-6
R  Der Herr hat sein Heil enthüllt vor den Augen der Völker.  - R 

Singt dem Herrn ein neues Lied; * 
denn er hat wunderbare Taten vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen * 
und mit seinem heiligen Arm.  
- (R)

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht * 
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld * 
und an seine Treue zum Hause Israel.  
- (R)

Alle Enden der Erde * 
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, * 
freut euch, jubelt und singt!
 - (R)

Spielt dem Herrn auf der Harfe, * 
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner * 
jauchzt vor dem Herrn, dem König!  
- R

Ruf vor dem Evangelium     Vers: vgl. Lk 4,18
Halleluja. Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt, 
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.

Evangelium     Lk 10,1-7.9
Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
  
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig Jünger aus
und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, 
     in die er selbst gehen wollte. 
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, 
     aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
     Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Geht!
Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit,
     keine Vorratstasche und keine Schuhe!
Grüßt niemand unterwegs!

Wenn ihr in ein Haus kommt,
     so sagt als erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt,
     wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen;
andernfalls wird er zu euch zurückkehren.

Bleibt in diesem Haus,
esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn.
Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Heilt die Kranken, die dort sind,
und sagt den Leuten:
     Das Reich Gottes ist euch nahe.

Fürbitten
V  Gott, unser Vater, der heilige Josef Freinademetz hat sich so sehr auf deine Botschaft eingelassen, dass er zum sichtbaren Zeichen deiner Liebe und Gnade werden konnte. 
V/A  Wir bitten dich, erhöre uns.

-  Josef Freinademetz sagte mit aller Konsequenz: „Ich liebe die Chinesen!“ Herr, hilf den bedrängten Christen Chinas, das Befreiende in deiner Botschaft zu erkennen.

-  Er lernte, Kultur, Sprache und Gewohnheiten des chinesischen Volkes zu achten. Herr, lass uns nie vergessen, dass die Menschen aus allen Ländern der Erde ihre Würde haben.

-  Er suchte in schwierigen Situationen Kraft im Gebet. Herr, lass in ihrem Tun alle nach deinem Willen fragen, die in Kirche und Staat Verantwortung tragen.

-  Er verbrauchte seine letzten Kräfte in der Sorge um leidende Menschen. Herr, gib den Angehörigen der kranken und alten Menschen die Kraft, in Geduld und Liebe für sie da zu sein.

-  Er war jahrelang allein als Wandermissionar unterwegs. Herr, hilf den vielen Menschen, die unter Einsamkeit leiden, in deiner Botschaft Trost und Kraft zu finden.

-  Er träumte und sprach oft vom Himmel. Herr, lass uns nie vergessen, dass unser Leben auf mehr angelegt ist als auf die wenigen Jahre in dieser Welt.


V  Herr, unser Gott, wir danken dir für diesen Heiligen, der uns gezeigt hat, was deine Gnade vermag. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
A  Amen.

Gabengebet
Allmächtiger Gott,
wir bringen unsere Gaben zu deinem Altar.
Reinige unseren Sinn und entzünde unsere Liebe,
damit wir das heilige Opfer so feiern,
     wie es dir wohlgefällig und uns heilsam ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Präfation    von den Hirten der Kirche oder von den Heiligen II.

Kommunionvers     Vgl. Mt 19,27-29
Amen, ich sage euch:
Die ihr alles verlassen habt und mir nachgefolgt seid,
werdet dafür das Hundertfache erhalten
und das ewige Leben gewinnen.

Schlussgebet
Herr, unser Gott,
wir haben die heiligen Geheimnisse gefeiert 
     und den Geist der Stärke empfangen.
Schenke uns Kraft und Mut,
     damit wir unerschrocken
für die Wahrheit des Evangeliums Zeugnis ablegen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. 

 


Kreuzkofel (3000 m) mit alter Wallfahrtskirche "Heilig Kreuz" (2000m)
St. Leonhard im Abteital, Heimatpfarrei des hl. Josef Freinademetz

Josef Freinademetz - Lied Geht hinaus und kündet
Frei nach einem Lied, das in Badia gern gesungen wird (nach Peter Alexander()

 

Josef Freinademetz Foto
Hl. Josef Freinademetz
Steyler Missionar in China
Heiliger aus Südtirol

 

LESEHORE

Commune: Hirten der Kirche
oder Ordensleute



ZWEITE LESUNG

Aus einer Ansprache des heiligen Josef Freinademetz für die Drittordensgemeinde in
St. Martin in Thurn.

Bereit ist mein Herz, o Gott,  bereit ist mein Herz.

Der Dritte Orden ist der schmale Weg, die enge Pforte, die zum Himmel führt. Der Orden ist wie ein sicheres Zeichen der Vorher- bestimmung für den Himmel. Ihr habt darum den besten Teil erwählt. In alle Ewigkeit werden wir Gott danken, dass wir das Skapulier des Ordens wählen und tragen durften. Wir sind ja nicht eine der vielen Bruderschaften. Wir sind ein wirklicher Orden. Ein Orden, ein Kloster mitten in der Welt, wo wir uns mühen und arbeiten für diese Welt wie alle anderen. Wir leben zwar nicht hinter Klostermauern, haben keine Klausur, stehen nicht um Mitternacht zum Chorgebet auf. Und trotzdem sind wir Ordensleute und hoffen, dass der Herr uns zusammen mit den heiligen Ordens- männern und Ordensfrauen beim Letzten Gericht zu sich rufen wird.

Dafür wurde der Dritte Orden ja gegründet, dass wir, obwohl in der Welt, fern von der Welt leben können, fern auch von ihren Gefahren und Versuchungen. Wir gehen den Weg der Vollkommenheit mitten in den Zerstreuungen dieser Welt.

Der Herr ist unser Anteil. Der Herr ist unsere Welt. Ihm wollen wir an erster Stelle dienen, und erst an zweiter Stelle der Welt. Zuerst wollen wir für die Seele sorgen, und dann erst für den Leib; zuerst für die Ewigkeit und dann für das diesseitige Leben. Das heißt: Ordensleute sein.

Wir müssen und wollen also Gott gegenüber großherzig, dem Nächsten in Liebe zugetan, uns selber gegenüber aber streng sein.

Gott ist unser Ein und Alles. Bereit ist mein Herz, o Gott, bereit ist mein Herz!
1 Wenn der Herr uns ein Kreuz bereitet, müssen wir es auf uns nehmen und sagen: Bereit ist mein Herz. Wenn er uns krank werden lässt: Bereit ist mein Herz. Wenn er uns anderes Unglück schickt, wenn er unseren guten Namen leiden lässt, wirtschaftlichen Verlust schickt, den Frieden unseres Herzens nimmt, große Versuchungen gegen die Reinheit und gegen die Nächstenliebe dulden lässt, wenn wir am Gebet kaum noch Freude haben: Bereit ist mein Herz, o Gott. Ich diene dir nicht eines Gewinnes wegen, sondern aus Liebe, zu deiner Ehre. Das also heißt, Gott gegenüber großherzig sein. Aber das genügt noch nicht. Ich muss es auch der Welt zeigen, dass ich letzten Endes nur an Gott interessiert bin. Vorbildlich für das Dorf wollen wir sein und Friedensstifter überall. 

1 Ps 57,8

Quellenangabe:
Fritz Bornemann, Der selige P. J. Freinademetz. 1852 – 1908. Ein Steyler China-Missionar. Ein Lebensbild nach zeitgenössischen Quellen, Bozen-Rom 1977, 31-34.

 

Oder Auswahllesung:

Aus einer Predigt des heiligen Josef Freinademetz bei seinem Abschied aus der Heimat.

Ich gehe in zuversichtlichem Vertrauen dorthin, wohin er mich ruft.

Meine lieben Brüder und Schwestern! Durch das unendliche Erbarmen Gottes, der sich die Schwachen als seine Werkzeuge erwählt1, hoffe ich, einer Gnade teilhaft zu werden, deren ich in Ewigkeit nicht würdig bin. Der göttliche gute Hirte hat mich in seiner unergründlichen Güte eingeladen, mit ihm hinauszugehen in die Wüste, um ihm zu helfen bei der Suche nach den verirrten Schafen2. Was soll ich also anderes tun, als voll Freude und Dankbarkeit seine Hand küssen und mit der Schrift sagen: Siehe, ich komme!3, und mit Abraham das Vaterhaus, die Heimat und euch, meine Lieben, verlassen und in das Land gehen, das der Herr mir zeigen wird. Ich kenne ja das übergroße Elend unserer Brüder jenseits des Meeres, die mit Tränen in den Augen uns die Arme entgegenstrecken und um Hilfe bitten4.

Es ist schwer für mich – das kann ich nicht leugnen –, meine lieben Eltern, so viele hochherzige Wohltäter und Freunde zu verlassen. Aber schließlich ist der Mensch nicht für diese Erde da, sondern für etwas Höheres; nicht um das Leben zu genießen, sondern um dort zu arbeiten, wohin der Herr ihn ruft. Deshalb gehe ich in zuversichtlichem Vertrauen dorthin, wohin er mich ruft, und voll Freude spreche ich mit Simeon: „Nun entlässt du deinen Diener, Herr …“5 Euch, meine Lieben, bitte ich, immer wieder daran zu denken, welch großen Schatz ihr in unserem heiligen Glauben besitzt. Vergesst aber auch jene Unglücklichen nicht, die nichts von Gott und unserem heiligen Glauben wissen. Und gedenkt der Missionare, die unter den Heiden arbeiten. Wenn irgendjemand, dann braucht der Missionar das Gebet. Meinerseits verspreche ich euch: Nie will ich euch vergessen, die ihr mir lieb und teuer seid, und oft will ich für euch zum Vater der Barmherzigkeit und zum heiligsten Herzen Jesu beten. – 

Uns allen möge dieses heiligste Herz, auf die Fürbitte der Jungfrau Maria, die Gnade gewähren, dass wir uns alle dort oben im Vaterhaus mit leuchtendem Antlitz und voll Freude wiedersehen – für alle Ewigkeit. Amen.

1  Vgl. 1 Kor 1,27    
2  Vgl. Lk 15,4     
Vgl. Hebr 10,9     
4  Vgl. Apg  16,9     
5  Lk 2,29

Quellenangabe:
Letzte Predigt in St. Martin in Thurn am 11.8.78: Nr. 93 S. 590f. in der in Rom befindlichen handschriftlichen Sammlung (vgl. J. Reuter, Die Predigten von Josef Freinademetz vor seiner Ausreise nach China, Rom 1970); vgl. Proprium der Diözese Bozen-Brixen.

RESPONSORIUM

Von denen, die gerettet werden, will ich Boten zu den fernen Inseln senden, zu jenen, die nichts von mir gehört haben. * Und alle werden kommen, um  mich anzubeten.
Aus allen Völkern werden sie eure Brüder und Schwestern zu meinem heiligen Berg führen als Opfergabe für den Herrn. * Und alle werden kommen, um mich  anzubeten.

Oration wie in den Laudes.
 

LAUDES

Hymnus

Herr Jesus Christus,
König aller Reiche,
du sendest Boten
hin zu allen Menschen,
ihnen zu künden
deine frohe Botschaft:
Umkehr  zum Frieden.

Du riefest Josef
aus geliebter Heimat
fort in die Fremde,
in das Reich der Mitte,
dich zu verkünden
als den Weg, die Wahrheit,
Leben in Fülle.

Dein Diener wollte
allen alles werden,
um möglichst viele
für dich zu gewinnen,
machte sich gleich
in Sitten und Gebärden
all seinen Kindern.

Not und Entbehrung,
Drangsal und Verfolgung
trug er geduldig
um der Liebe willen,
die ihn vorantrieb,
ohne sich zu schonen,
bis an das Ende.

Ehre dem Vater,
Schöpfer aller Welten,
Ehre dem Sohne,
Retter aller Menschen,
Ehre dem Geiste,
der mit seiner Liebe
alles vollendet.

Oration
Gott der Völker, du hast den heiligen Josef Freinademetz gedrängt, den Heiden das Evangelium zu verkünden. Höre auf seine Fürsprache: Lass alle Völker den wahren Erlöser erkennen und treu an ihm festhalten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.