Sel. Honorat Kozminski          


13. Oktober

Priester, I. Orden
* 1829 Biala Podlaska,  + 1916 Nowe Miasto 

 

Honorat, in der Welt Wenzeslaus genannt, wurde am 16. Oktober 1829 in Biala Podlaska geboren. Zunächst in der Familie erzogen, erhielt er die Grundausbildung in Plock. Anschließend studierte er in Warschau an der Technischen Hochschule. 1846 fiel er in eine religiöse Krise, die er erst nach einem leidvollen Gefängnisaufenthalt wegen politischer Umtriebe überwinden konnte. Danach trat er in Warschau in den Kapuzinerorden ein und wurde 1852 zum Priester geweiht.
Er widmete sich von nun an ganz der pastoralen Tätigkeit und gründete in schwierigen politischen Verhältnissen meist heimlich 26 Institute des geweihten Lebens, von denen heute noch 18 bestehen. Er war ein fruchtbarer Schriftsteller und ein äußerst gesuchter Seelenführer und Beichtvater.
Er starb in Nowe Miasto am 16. Dezember 1916. Am 16. Oktober 1988 hat ihn Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Eröffnungsvers     1 Sam 2,35
So spricht der Herr:
Ich werde mir einen zuverlässigen Priester einsetzen,
der nach meinem Herzen
und nach meinem Sinn handeln wird.

Tagesgebet
Gott, es war dein Wille,
den seligen Priester Honorat Kozminski
     mit zartfühlender Liebe zu den Seelen auszustatten,
     um sie mit dir zu versöhnen.
Lass uns auf seine Fürsprache
     dein wohltuendes Erbarmen erfahren
und in vollkommener Liebe mit dir eins werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung     2 Kor 4,7-12.16-18
Wir tragen das Todesleiden Jesu an unserem Leib.

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.

Brüder und Schwestern!
Den Schatz der Erkenntnis
     des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi
     tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich,
     dass das Übermaß der Kraft
     von Gott und nicht von uns kommt.

Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
     und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein
     und verzweifeln dennoch nicht;
wir werden gehetzt
     und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt
     und doch nicht vernichtet.
Wohin wir auch kommen,
     immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu
     an unserem Leib sichtbar wird.

Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
     um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu
     an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.
So erweist an uns der Tod,
     an euch aber das Leben seine Macht.

Darum werden wir nicht müde;
wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird,
     der innere wird Tag für Tag erneuert.
Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not
     schafft uns in maßlosem Übermaß
     ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit,
uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren,
     sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken;
denn das Sichtbare ist vergänglich,
     das Unsichtbare ist ewig.

Antwortpsalm     Ps 126,1-6
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. – R

Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete, *
da waren wir alle wie Träumende.
Da war unser Mund voll Lachen *
und unsere Zunge voll Jubel.
– (R)

Da sagte man unter den andern Völkern: *
Der Herr hat an ihnen Großes getan.
Ja, Großes hat der Herr an uns getan. *
Da waren wir fröhlich.
– (R)

Wende doch, Herr, unser Geschick, *
wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland.
Die mit Tränen säen, *
werden mit Jubel ernten.
– (R)

Sie gehen hin unter Tränen *
und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel *

und bringen ihre Garben ein. – R

Ruf vor dem Evangelium     Vers: vgl. Joh 15,5
Halleluja. Halleluja.
So spricht der Herr:
Bleibt in meiner Liebe!
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht
Halleluja.

Evangelium     Joh 15,1-10
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ich bin der wahre Weinstock,
     und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
     schneidet er ab,
und jede Rebe, die Frucht bringt,
     reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

Ihr seid schon rein durch das Wort,
     das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir,
     dann bleibe ich in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
     sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so könnt auch ihr keine Frucht bringen,
     wenn ihr nicht in mir bleibt.

Ich bin der Weinstock,
     ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
     der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt,
     wird wie die Rebe weggeworfen,
     und er verdorrt.
Man sammelt die Rebzweige,
     wirft sie ins Feuer,
     und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt
     und wenn meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
     Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
     dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Wie mich der Vater geliebt hat,
     so habe auch ich euch geliebt.
Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet,
     werdet ihr in meiner Liebe bleiben,
so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
     und in seiner Liebe bleibe.

Fürbitten
Jesus Christus hat uns die Güte und Menschenliebe Gottes offenbart. Zu ihm beten wir: Christus, höre uns.
V/A  Christus, erhöre uns.

-  Schenke deinen Gläubigen eine menschenfreundliche Liebe. Christus, höre uns.

-  Hilf den getrennten Christen, zur Einheit im Glauben zu gelangen. Christus, höre uns.

-  Erleuchte alle, die dem Glauben durch das geschriebene Wort dienen. Christus, höre uns.

-  Gib, dass wir deinen Willen in den alltäglichen Aufgaben erkennen. Christus, höre uns.

Allmächtiger Gott, der selige Honorat Kozminski hat durch seine Güte die Herzen der Menschen gewonnen. Lass auch in uns diese Güte wachsen durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Gabengebet
Herr und Gott,
du hast deinem Priester Honorat die Gnade verliehen,
     sein Leben nach dem Geheimnis zu gestalten,
     das er immer wieder feierte.
Durch die Kraft dieses Opfers
verwandle auch uns
     in eine reine Gabe, die dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Präfation     Von den heiligen Jungfrauen und Ordensleuten     
                           oder von den Märtyrern

Kommunionvers     Lk 12,42
Dies ist der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt.

Schlussgebet
Gütiger Gott,
am Gedenktag des seligen Priesters Honorat
     haben wir mit Freude das heilige Sakrament empfangen.
Es mache uns bereit,
     in unserem Leben seine Geduld und Liebe nachzuahmen,
damit wir auch an seiner Herrlichkeit im Himmel teilhaben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.


 



Sel Honorat Kozminski

LESEHORE

Commune: Hirten der Kirche
oder Ordensleute

 

ZWEITE LESUNG

Aus einer Ansprache des seligen Honorat Kozminski zum Allerheiligenfest.

Alle Heiligen sind den Kreuzweg gegangen.

Kein Heiliger ist auf einen Rosenteppich getreten und hat sich lächelnd und fröhlich die Krone irdischer Freuden auf den Kopf gesetzt. Alle haben sie einen Kreuzweg durchlaufen, mit der Dornenkrone auf dem Haupt, inmitten tausender Bedrängnisse, in Anstrengung und Mühe.

Doch sie waren gewiss glücklich, weil sie, berührt von der Gnade Gottes, Augenblicke himmlischer Freude genossen haben. Sie haben gespürt, dass sie erwärmt werden von der Liebe des göttlichen Herzens, die von ihm her ausströmt zwischen den Nebeln, der Zukunft, der Herrlichkeit und Glückseligkeit, der grenzenlosen Freude.

Sie kannten nicht das Glück der Erde, hielten sich vielmehr davon fern, wehrten sich dagegen, flüchteten, wenn es ihnen entgegenkam. Sie zitterten vor ihm mehr als vor dem Kreuz. Doch am Kreuz hielten sie mit Händen fest wie an einer rettenden Planke, die zum Hafen führt.

Nachdem sie einmal den Weg des Kreuzes gewählt hatten, wollten sie ihn nicht wieder verlassen. Und Gott war nicht sparsam, ihnen Kreuze zuzuweisen, er, der den Preis des Leidens bis zur Vollkommenheit kennt.

Als einmal unser göttlicher Heiland zu den Jüngern von seinem grausamen Tod sprach, der ihn erwartete, wies der heilige Petrus in einem Übermaß von Liebe und Schmerz im Herzen den Gedanken an die Leiden des Meisters zurück und protestierte: „Herr, das darf niemals mit dir geschehen!“ Aber der Herr wandte sich an Petrus und sagte: „Weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du hast nicht das im  Sinn,  was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“
1

Wer sein Denken nach Gott richtet, weist das Kreuz nicht zurück, er beklagt sich nicht, weil er weiß, dass es die einzige Hoffnung ist, der einzige Weg, um zum Himmel aufzusteigen, das einzige Mittel zur Heiligung, die Quelle jeder Gnade, die Weise, um die höchste Stufe der himmlischen Herrlichkeit zu erlangen. Satan betört seine Opfer mit weltlichem Glück, er bietet einen Kelch giftiger Genüsse an. Gott hingegen bietet das Kreuz an, das Behältnis zahlloser Schätze und Freuden des Geistes sowie der ewigen Glückseligkeit.

Deshalb haben es die Heiligen mit Freude angenommen und wollten sich niemals davon trennen. Sie lebten, starben mit ihm und auf ihm. Qualen, Kämpfe, Versuchungen, Zeiten geistlicher Trockenheit, Verfolgungen, Hunger und Entbehrung, Widrigkeiten jeder Art waren ihr tägliches Brot.

Durch Sandwüsten, unter glühender Sonne, zwischen Felswänden und Abgründen, durch Hinterhalte des Feindes und tausend andere Gefahren hindurch, streckten sie sich ständig nach Gott aus, immer in Beharrlichkeit und Treue, ohne stehen zu bleiben, ohne nach rückwärts zu schauen. Sie murrten nicht gegen Gott, weil ihnen die Fülle irdischer Tröstungen fehlte, bereuten nicht den Weg, den sie gewählt hatten. Sie waren stets heiter, vertrauensvoll, tapfer und unverzagt.

Die Heiligen, die vor uns jene Bedrängnisse ertragen haben, sind jetzt glücklich. Gott hat ihnen ihre Tränen getrocknet, hat ihre Schmerzen gelindert, und sie mit dem Diadem der Herrlichkeit ausgezeichnet, mit der Siegespalme des Martyriums. Er hat sich ihnen gezeigt von Angesicht zu Angesicht. Alle jene Tränen, alle diese Schmerzen haben dazu beigetragen, ihre königlichen Gewänder und die Krone ihrer Schönheit zu schmücken.

Und warum? Weil sie ausgeharrt haben. Der Herr Jesus hatte gesagt: „Siehe, ihr habt mit mir ausgeharrt in allen meinen Bedrängnissen. Darum vermache ich euch das  Königreich.“
2

Die Beharrlichkeit ist die Gnade der Gnaden, sie ist alles, sie ist die wichtigste Tugend. Ohne sie hätten die heiligen Werke zu keinem Ziel geführt. Ohne sie ist jede Anstrengung umsonst. Zwei Dinge sind vor allem notwendig, um auszuharren: ein starker und lebendiger Glaube und die Fähigkeit nach dem zu handeln, was der Glaube uns auferlegt.

1  Mt 16,22-23 
Lk 22,28.29

Quellenangabe: 
Antologia degli scritti di Onorato Kozminski, Parte I, Varsavia 1981, 206f.

Responsorium
R  Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid und einander in Liebe verbunden. Einer schätze den anderen höher ein als sich selbst. * Sucht nicht das eigene Wohl, sondern das der anderen.
V  Nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen, trachtet nach dem Frieden mit allen Menschen. * Sucht nicht das eigene Wohl, sondern das der anderen.
 

Zu den Laudes

Benedictus - Antiphon
Nur der Liebende lehrt und führt die ihm Anvertrauten wie der gute Hirt.

Oration
Gott, es war dein Wille, den seligen Priester Honorat Kozminski mit zartfühlender Liebe zu den Seelen auszustatten, um sie mit dir zu versöhnen. Lass uns auf seine Fürsprache dein wohltuendes Erbarmen erfahren und in vollkommener Liebe mit dir eins werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Zur Vesper

Magnificat - Antiphon
Du guter und getreuer Knecht, geh ein in die Freude deines Herrn.